Bilk (RP). Den ersten Kontakt zur Kunst hatte Lothar Lüttmann bereits 1965. Damals lernte er gerade Schriftlitographie an der Kunstakademie – eine Ausbildung, die es heute gar nicht mehr gibt. Er belegte einige künstlerische Kurse, entschied sich dann aber zunächst für die Werbetechnik. Weil das Interesse für die Kunst immer geblieben ist, machte Lüttmann vergangenen März im Alter von 60 Jahren seine Leidenschaft zum Beruf und eröffnete eine eigene Galerie: die "Kunstweisen" an der Ulenbergstraße.
Kunst sehen
Die Ausstellung mit neuen Pop-Art-Bildern in der Galerie "Kunstweisen" ist noch bis zum 7. August zu sehen.
Die Galerie ist freitags von 12 bis 18 Uhr geöffnet und befindet sich an der Ulenbergstraße 135.
Alternative Termine können unter der Telefonnummer 0171 5228350 mit Inhaber Lothar Lüttmann vereinbart werden.
"Ich habe mich zuerst mit meinen Werken bei anderen Galeristen beworben, aber leider nur Absagen bekommen", sagt Lüttmann. Deshalb stellt er jetzt selbständig aus und ist sehr zufrieden. "Auf meinem Schreibtisch liegt schon ein ganzer Berg von Anfragen für Ausstellungen", sagt er. Seine Galerie soll es erst einmal für zwei Jahre geben. Lüttmann sieht sich noch in der Lernphase und will weiter praktische Erfahrungen sammeln. "Wenn es so toll läuft wie zurzeit, werde ich auf jeden Fall weitermachen." Vielleicht zieht er dann sogar in größere Räumlichkeiten um.
Lüttmann zeigt Graffiti und Fotos
Die Stilrichtungen sind immer unterschiedlich. "Mir ist besonders wichtig, abwechslungsreiche Kunst zu zeigen", sagt Lüttmann. Begonnen hat alles mit eigenen Streifencollagen, dann folgten Fotografien von Thomas Rüsenberg und zuletzt Videokunst und ein großes Graffito von der Düsseldorfer Künstlergruppe "Kreativer Kapuziner Kaffeeklatsch".
Lothar Lüttmann ist seit 2003 als Künstler aktiv, eine professionelle Ausbildung hat er nicht. "Die Techniken habe ich mir selbst beigebracht", erzählt er stolz. Begonnen hat er mit Bildern aus Muscheln und Sand, im Moment arbeitet er an Werken aus farbiger Klebefolie. "Es hat einige Jahre gedauert, bis die Techniken so funktioniert haben, wie ich es mir vorgestellt habe", sagt Lüttmann. Seine Motive bestehen meistens aus bunten Streifen oder Punkten in verschiedenen Größen.
Für seine aktuelle Ausstellung hat er sich mit dem Thema Pop-Art beschäftigt. Es sind verschiedene Flaggen und Wappen zu sehen, zum Beispiel von den USA und Düsseldorf. Die Motive sind kombiniert mit Bildern von der Freiheitsstatue oder der Silhouette der Stadt.
Auch dafür verwendet er farbige Folie. "Ich gehe mit offenen Augen durch die Welt und verarbeite meine Gedanken dann in diesen Werken", sagt Lüttmann.
Sein Künstlerpartner Henning Ociepka, der als Hennig O. bekannt ist, zeigt digital bearbeitete und verfremdete Bilder. Er hat etwa den Berliner Fernsehturm mit den Gehry-Bauten oder einem Porträt von "Die Toten Hosen"-Sänger Campino kombiniert. Seine Werke sind auf Leinwand gedruckt und ebenfalls in der Galerie "Kunstweisen" ausgestellt.